Anne-Marie Flammersfeld: Neuer Speed-Rekord am Kilimandscharo

Die deutsche Ultraläuferin Anne-Marie Flammersfeld hat den Speed-Rekord der Frauen am Kilimandscharo gebrochen. Für die Strecke auf den höchsten Vulkan Afrikas (5895 Meter) benötigte die UVU-Athletin 8:32 Stunden. Damit war sie gute drei Stunden schneller als die bisherige Rekordhalterin Becky Shuttleworth aus England.

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Die Sportwissenschaftlerin Flammersfeld (37) wählte für den Rekordversuch die kürzeste und zugleich steilste Route. Die "Umbwe Route" ist mit rund 30 Kilometern Länge und 4200 positiven Höhenmetern technisch äußerst anspruchsvoll. „Diese Route ist Pflicht, wenn man einen neuen Rekord aufstellen will", sagt Flammersfeld. Die Strecke startet am Umbwe Gate im Regenwald und führt dann in alpines Gelände. Die letzten 1000 Höhenmeter müssen geklettert werden. Um 5:20 Uhr startete Flammersfeld in völliger Dunkelheit im Regenwald. Die erste Etappe zum Umbwe Cave Camp sowie die zweite Etappe zum Barranco Camp verliefen für die UVU-Athletin besser als gedacht: „Ich kam überraschend schnell auf den ersten 2000 Höhenmetern voran und freute mich sehr, als ich schon nach 3:30 Stunden die halbe Strecke hinter mir hatte“. Vom Barranco Camp auf ca. 3900 Metern bis zum Arrow Glacier Camp auf 4900 Metern machte sich bei Flammersfeld die dünne Luft bemerkbar. „Als ich die 5000er Grenze erreicht hatte, war ich ziemlich fix und fertig. Jeder Schritt war mühsam und die Höhe war einfach nur extrem anstrengend“, beschreibt Flammersfeld ihren Aufstieg zum Kilimandscharo, dem mit 5895 Metern höchsten Punkt Afrikas. Auch die letzten Kilometer wurden für die Sportwissenschaftlerin nicht einfacher, jeder Schritt musste gut überlegt werden und alle 100 Schritte eine kleine Rast zum Trinken eingelegt werden. Um 13:52 Uhr erreichte die Ultraläuferin den Gipfel und stellte damit einen neuen Rekord im Uphill auf: „Als ich schließlich auf dem Gipfel stand, war ich überglücklich, wollte aber auch so schnell es ging wieder runter!" Um 18:18 Uhr kehrte Flammersfeld ins Mweka Camp zurück und konnte so auch den bestehenden Rekord von Debbie Bachmann deutlich unterbieten. Flammersfeld wurde bei ihrem Rekord von der Agentur Trekili mit Guides versorgt, die jeweils nach 1000 Höhenmetern an den Camps auf Flammersfeld warteten, um sie mit Wasser zu versorgen.

Flammersfeld akklimatisiere sich für den Speedrun, indem sie bereits einige Tage zuvor den Gipfel des Kilimandscharo innerhalb von vier Tagen über die Umbwe Route zusammen mit zwei Freunden im Rahmen des "Bottom Up Climbs Seven Volcanic Summits"-Projekts erreichte. Bei dem Projekt geht es darum, den jeweils höchsten Vulkan jedes Kontinents zu erreichen. Der Start ist jeweils der tiefste Punkt des entsprechenden Landes, es sind keinerlei mechanischen Hilfen erlaubt. 2014 erreichten das Team innerhalb von fünf Tagen den Mount Damavand im Iran, den höchsten Vulkan Asiens.

Die Ultraläuferin Anne-Marie Flammersfeld stellte bereits 2012 einen Rekord auf: Als erste Frau konnte sie die „Racing The Planet 4 Deserts Series“ gewinnen. Dazu lief sie jeweils 250 Kilometer durch die trockenste, windigste, heißeste und kälteste Wüste der Welt. Flammersfeld ist außerdem Botschafter für die Stiftung Paulchen Esperanza, die sich für benachteiligte Kinder in Argentinien, Tansania und Sri Lanka einsetzt.

Weitere Infos zu den Projekten von Anne-Marie Flammersfeld finden Sie unter:

www.annemarieflammersfeld.blogspot.ch

www.bottomupclimbs.org

www.paulchenesperanza.de

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